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Die (fast) perfekten Menschen? Was wir von den Nordics lernen können – und was nicht

Hey ihr Lieben,

ich muss euch unbedingt von einer wundervollen Entdeckungsreise erzählen! In letzter Zeit beschäftige ich mich intensiv mit den nordischen Ländern und bin einfach überwältigt von der Weisheit und den Lebensansätzen, die sie uns schenken können. Also nicht genug, seit über 15 Jahren mit Begeisterung ein Nordlicht geworden zu sein... ich steh halt noch unter den Eindrücken aus der diesjährigen Schwedenreise... ;-)))


Wenn man die internationalen Glücksrankings anschaut, stehen Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island regelmäßig ganz oben. Aber wisst ihr was? Das ist kein Zufall! Diese Länder haben es geschafft, einen Großteil ihrer Kinder glücklich zu machen und geben Eltern die Möglichkeit, eine wirklich gute Balance zwischen Arbeit und Familienleben zu finden.

Wollen wir die "Nordic" States mal ein bißchen genauer unter die Lupe nehmen....


Dänemark: Die Kunst des wahren Glücks


Dänemark zählt seit Jahren zu den glücklichsten Ländern der Welt, und das hat wunderbare Gründe! Die Dänen haben eine ganz besondere Lebensphilosophie entwickelt:


Hygge - mehr als nur Gemütlichkeit: Hygge ist eine innere Haltung, die um Freunde und Familie, Sicherheit und Geborgenheit kreist. Es geht um das Genießen des Augenblicks, um das Besinnen auf die einfachen Dinge und darum, sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun. Die Dänen zünden überall Kerzen an - in Cafés, zu Hause, bei Freunden - um diese warme, einladende Atmosphäre zu schaffen.


Kindererziehung auf dänische Art:

Die dänische Kindererziehung basiert auf Autonomie, Selbstwertgefühl und Zusammenhalt. Eltern setzen auf einen demokratischen Erziehungsansatz, bei dem Regeln für alle Familienmitglieder gelten und respektvoll miteinander umgegangen wird. Machtkämpfe? Gibt es, aber deutlich seltener!


Life-Skills im Fokus:

Nordische Eltern haben ein klares Ziel: ihre Kinder zu selbständigen, lebensfähigen Menschen zu erziehen. Statt sie zu behüten, gewähren sie bewusst Freiräume. Kinder dürfen allein zur Schule gehen, sich draußen frei bewegen und eigene Entscheidungen treffen. Das Vertrauen ist: "Du schaffst das!"

Diese Life-Skills-Erziehung macht Kinder stark und selbstbewusst.


Janteloven - die Kraft der Gleichheit:

Das Janteloven besagt, dass jeder Mensch gleichwertig behandelt werden soll. Niemand soll sich in den Vordergrund drängen und sich wichtiger fühlen als seine Mitmenschen. Dadurch werden Missgunst, Neid und andere belastende Gefühle minimiert. Das klingt erstmal ungewöhnlich, aber es schafft echte Harmonie!


Work-Life-Balance:

In Dänemark arbeiten Erwerbstätige im Durchschnitt nur 7 Stunden und 25 Minuten pro Tag - die weltweit kürzesten Arbeitszeiten! Büros sind um 16 Uhr leer, Familie hat Priorität.


Schweden: Das Geheimnis von Lagom


Die Schweden haben mit "Lagom" einen Lebensansatz gefunden, der mich total begeistert!


Lagom - die perfekte Balance:

Lagom bedeutet "nicht zu viel, nicht zu wenig, sondern ausgewogen".

Es ist die Ablehnung von allem, was zu viel, zu laut, zu fordernd oder zu aufregend ist. Wer zu viel arbeitet, fühlt sich erschöpft. Wer zu viel kauft, wird von Dingen besessen sein, die aber nicht glücklich machen.

Und die Menschen nehmen in einer ganz anderen Art aufeinander Rücksicht. Mir ist in Schweden nicht ein einziger E-Bike-Rentner begegnet, der mein schlafendes Kind im Kinderwagen wachgebrüllt hätte irgendwo mitten im Wald. Man achtet auf einander, ist empathisch. Dort konnte ich den Kinderwagen durch einen normalen Supermarkt schieben - ohne dass jemand aufgewacht ist.


Revolutionäre Kindererziehung:

In Skandinavien werden Kinder als vollwertige Individuen betrachtet, deren Meinungen und Gefühle ernst genommen werden. Freies Spiel und kreative Aktivitäten sind essenziell - Kinder haben viel Zeit und Raum, um ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen.


Selbständigkeit als Lebensziel:

Schwedische Eltern erziehen ihre Kinder nicht zu aufstrebenden Karrieremenschen, sondern dazu, im Leben klarzukommen. Sie sollen den für sie besten Weg finden, ihre Lebensziele zu erreichen - ohne starre Geisteshaltung. Kinder lernen früh praktische Life-Skills: kochen, putzen, sich orientieren, Probleme lösen.


Work-Life-Balance par excellence:

Schweden gilt als Vorreiter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Gleichstellung der Geschlechter ist nicht nur ein hehrer Anspruch, sondern in vielen Bereichen bereits Praxis. Elternzeit wird geteilt, Männer kümmern sich selbstverständlich um Care-Arbeit.


Business-Kultur:

Meetings sind durchorganisiert, Hierarchien flach, Konsens ist wichtig. Das führt zu nachhaltigen, durchdachten Entscheidungen.


Norwegen: Naturverbunden und bodenständig


"Life first"-Einstellung:

Norwegen hat einen hohen Lebensstandard und eine "Life first"-Einstellung - es ist fast schon eine soziale Pflicht, Zeit im Freien zu verbringen. Mit 35 Urlaubstagen pro Jahr und einer der kürzesten Arbeitswochen weltweit schafft es Norwegen, seinen Arbeitnehmern eine hervorragende Work-Life-Balance zu bieten.


Naturverbundene Kindererziehung:

Nordische Kinder sind wahre Outdoor-Freaks - nicht nur bei Sonnenschein. Sie leben nach dem Motto: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung". Kinder wachsen mit Skiern an den Füßen auf und entwickeln eine tiefe Verbindung zur Natur.


Frühe Selbständigkeit:

Norwegische Eltern finden es fürs Selbstbewusstsein der Kinder wichtig, dass sie eigene Erfahrungen machen dürfen und auch mal allein versuchen, ein Problem zu lösen. Gleichzeitig vermitteln sie, dass sie in Notfällen immer da sind - aber eben nicht bei jeder Kleinigkeit. Diese Balance zwischen Sicherheit und Freiraum macht Kinder stark.


Bescheidenheit trotz Reichtums:

Obwohl Norwegen durch Öl sehr wohlhabend ist, leben die Menschen bescheiden. Ein teures Auto zu kaufen gilt als unschicklich - eine wunderbare Lektion in Dankbarkeit!

Und das ist mir zb. auch in Schweden wiedermal positiv aufgefallen. Dort hat niemand eine 3.000€ Freiraumküche aus Edelstahl. Nicht, dass das irgendwie schon cool ist... aber dieses Hochstapeln und "den Nachbarn überbieten" gibt es nicht. Jeder hat halt einen normalen Grill - und gut. Keine immer dickeren Autos oder teuren Statussymbole. Hat niemand nötig, man ruht viel mehr in sich selber.


Finnland: Die stillen Genies mit Sisu


Finnland fasziniert mich besonders (leider bisher nur aus der Ferne) - hier treffen Weltklasse-Bildung und eine einzigartige Lebensphilosophie aufeinander!


Das Bildungswunder:

Finnland unterrichtet weniger Stunden, bietet mehr Ferien, fordert weniger Hausaufgaben, prüft nur beim Abitur und basiert auf dem Sprichwort "Das ganze Dorf erzieht das Kind". Kinder gehen bis zur neunten Klasse alle auf eine gemeinsame Schule, wodurch Chancengleichheit gefördert wird.


Life-Skills und Lebenskompetenzen:

Im finnischen Lehrplan stehen sieben Kernkompetenzen im Zentrum, darunter "Lebenskompetenzen" und "Lernen lernen". Kinder werden zu "Leitern ihres eigenen Lebens" erzogen und zur Selbständigkeit ermutigt. Sie lernen nicht nur Fakten, sondern wie sie selbständig Probleme lösen können.


Sisu - die innere Stärke:

Sisu bezeichnet eine innere Stärke, Ausdauer und Hartnäckigkeit, die es ermöglicht, selbst in schwierigen Situationen weiterzumachen (klar, alles Wikinger :-). Es ist eine nachhaltige Form von Resilienz, die sich in Momenten der größten Herausforderung zeigt. Man kann seine Kinder dazu erziehen, Sisu zu haben - welch wertvolles Geschenk!


Innovative Lernkultur:

Kinder dürfen selbst entscheiden, wo und wie sie lernen wollen. Der Lehrer wird zum Wegbereiter, der jedem Kind hilft, auf seine eigene Weise zu lernen.


Work-Life-Balance:

Finnland führt Studien zur Work-Life-Balance mit 73 von 100 Punkten an. Das Land bietet seit fast drei Jahrzehnten flexible Arbeitszeiten, was maßgeblich zur hohen Lebenszufriedenheit beiträgt. Während bei uns wieder zurück-ins-Büro gefordert wird :-//


Island: Kreativität als Überlebensstrategie


Resilienz und Kreativität:

Island zeigt uns, wie ein kleines Land (400.000 Einwohner) durch Kreativität und Zusammenhalt alle Krisen meistert! Nach der Finanzkrise 2008 rappelte sich das Land auf und wurde noch kreativer.


Freie Kindererziehung:

Kinder wachsen mit viel Natur und wenig Kontrolle auf. Die Kultur sagt: "Probier dich aus, scheitere, steh wieder auf." Diese Fehlerkultur ist so wertvoll!


Selbständigkeit von klein auf:

Isländische Kinder dürfen früh eigene Entscheidungen treffen und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Sie entwickeln dadurch eine natürliche Resilienz und Problemlösungskompetenz, die ihnen ein Leben lang hilft.


Work-Life-Balance:

Island gibt seinen Bürgern 38 bezahlte Urlaubstage pro Jahr - die meisten weltweit! Mit einem Glücksindex von 7,55 gehört das nordische Land zu den glücklichsten im Vergleich.


Eine revolutionäre Einstellung zur Mutterschaft


Hier wird es besonders interessant...

In den nordischen Ländern gibt es etwas, was mich zutiefst berührt: Mütter stehen nicht unter diesem enormen Druck, alles perfekt zu machen und sich ständig zwischen verschiedenen "Rollen" entscheiden zu müssen.


Kein Druck zur "perfekten Mutter":

In Finnland (und den anderen nordischen Ländern) ist es völlig normal, wenn eine Mutter eine Zeit lang zu Hause bleibt - aber sie muss sich dafür nicht rechtfertigen oder als "stay-at-home Mom" abstempeln lassen. Es gibt diese Vorstellung nicht, dass man sich entscheiden muss zwischen "Karrierefrau" oder "Nur-Hausfrau".


Keine "Mum-Fails" Kultur:

Es gibt keine Kultur des Verurteilens! Mütter vergleichen sich nicht ständig, wer das bessere Pausenbrot macht oder wessen Kind früher sprechen kann. Es herrscht eine entspannte Grundhaltung: "Jeder macht es so gut, wie er kann." Es besteht ein tiefes Vertrauen darin, dass sich das Kind schon gut entwickeln wird. Ohne große Fördermaßnahmen. Mit viel freiem Spiel.


Gesellschaftliche Unterstützung statt Bewertung:

Die Gesellschaft erwartet nicht, dass Mütter alles gleichzeitig leisten - Haushalt, Job, Kinder, Ehrenamt, perfektes Aussehen. Stattdessen gibt es strukturelle Unterstützung: großzügige Elternzeit, flexible Arbeitsmodelle, echte Gleichberechtigung bei der Care-Arbeit.

Ein Motto, was im Prinzip so heißt: bewerte keine anderen Körper und starre nicht hin ;-) Was aber insgesamt die Einstellung zu einer völlig anderen (gesünderen) Körpereinstellung ausdrückt.


Was wir für unser Leben lernen können


Kindererziehung:
  • Kinder als vollwertige Individuen betrachten, deren Meinungen ernst genommen werden (prominentester, leider bereits verstorbener Autor ist Jesper Juul)

  • Mehr Autonomie gewähren - nordische Eltern finden es wichtig, dass Kinder eigene Erfahrungen machen dürfen

  • Life-Skills fördern: Selbständigkeit ist das Ziel, nicht Perfektion

  • Naturverbundenheit fördern

  • Kreativität vor Perfektion

  • Vertrauen schenken: "Du schaffst das!" statt ständige Kontrolle

  • Kinder "normalisieren", in den Alltag einbinden, Spielraum und Spielplätze fördern (die Niederländer können das übrigens auch sehr sehr gut. Dort gibt es zahlreiche Cafés mit integrierten Spielplätzen, damit auch die Eltern entspannen können)


Work-Life-Balance:

  • Die nordischen Länder geben Eltern die Möglichkeit, eine gute Balance zwischen Arbeit und Familienleben zu finden. Überstunden sind eher verpönt (und die Effizienz leidet nicht. Ganz im Gegenteil)

  • Flexible Arbeitszeiten als Standard

  • Echte Gleichberechtigung in der Elternzeit

  • Mütter entlasten: Keine Kultur des ständigen Bewertens und Vergleichens

  • Strukturelle Unterstützung statt individueller Überforderung


Mindset und Lebenseinstellung:

  • Hygge: Den Moment genießen, Gemütlichkeit schaffen

  • Lagom: Die goldene Mitte finden, nicht zu viel, nicht zu wenig

  • Sisu: Innere Stärke und Durchhaltevermögen entwickeln

  • Janteloven: Gleichheit und Bescheidenheit schätzen


Business-Kultur:

  • Vertrauen vor Kontrolle

  • Flache Hierarchien

  • Konsensorientierte Entscheidungen

  • Nachhaltigkeit vor schnellem Profit


Unsere deutschen Herausforderungen - mit nordischer Inspiration


In Deutschland haben wir wunderbare Möglichkeiten, von unseren nordischen Nachbarn zu lernen! Statt uns über niedrige Geburtenraten zu sorgen, könnten wir schauen: Wie machen es die anderen?

Die nordische Infrastruktur ist grundsätzlich kinderfreundlicher - Hotels, Einkaufszentren, Arbeitsplätze, alles ist auf Familien ausgerichtet. Das könnten wir auch schaffen!

Die Frage ist nicht, ob unsere Demokratie perfekt ist, sondern: Wie können wir sie so weiterentwickeln, dass alle Generationen gehört werden? Die nordischen Länder zeigen, dass es möglich ist, Kinder- und Jugendinteressen systematisch mitzudenken.


Mein Fazit: Inspiration, nicht Kopieren


Die nordischen Länder sind nicht perfekt (das will auch niemand sein - wie lagom! 😉). Aber sie haben Wege gefunden, die wirklich funktionieren:

  • Ängste reduzieren statt Stress zu fördern

  • Gleichheit stärken statt Konkurrenz anzuheizen

  • Familien entlasten statt sie allein zu lassen

  • Kreativität fördern statt nur Leistung zu fordern

  • Balance finden statt im Hamsterrad zu laufen


Was besonders berührt: In skandinavischen Ländern wird großer Wert darauf gelegt, dass sich Kinder sicher und geborgen fühlen. Ein stabiles familiäres Umfeld, liebevolle Zuwendung und klare Strukturen sind grundlegende Elemente.

Wir müssen nicht nach Skandinavien auswandern, um glücklicher zu werden (aber wir können ;-)).

Aber wir können uns von ihrer Weisheit inspirieren lassen: Ein bisschen mehr Hygge, ein bisschen Lagom, eine Prise Sisu - und plötzlich sieht das Leben ganz anders aus!


Was denkst du?

Welcher nordische Ansatz spricht dich am meisten an? Ich freu mich auf eure Gedanken! 😊

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