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Wenn Bedürfnisse und Ressourcen sich nicht mehr finden – das Zerbrechen des Kanals 19–49 und der Fachkräftemangel als Symptom

Habt ihr schon mal das Gefühl gehabt, dass irgendwas nicht mehr zusammenpasst?

Dass da Menschen sind, die händeringend Arbeit suchen – und gleichzeitig Unternehmen, die verzweifelt nach Fachkräften suchen? Und trotzdem finden sie nicht zueinander?

Ja? Dann seid ihr nicht allein.

Denn was wir da gerade erleben, ist viel mehr als nur ein bisschen Wirtschaftsflaute oder demografischer Wandel. Es ist – und das wird jetzt vielleicht erstmal verrückt klingen – der Zusammenbruch eines uralten Systems. Eines Systems, das uns seit Jahrtausenden zusammengehalten hat.


Im Human Design nennt man es den Kanal 19–49. Den Kanal von Bedürfnis und Ressource. Oder auch: den Heirats- und Scheidungskanal. Das sensible Umgehen mit Beziehungen und Deals.


Und dieser Kanal? Der verschwindet ab 2027.

Aber von vorne...


Der Deal, der die Welt zusammenhielt


Stellt euch vor: Auf der einen Seite steht das Tor 19. Das spürt immer, wo was fehlt. Hunger, Einsamkeit, Mangel – es registriert jedes Bedürfnis, das auftaucht. Und auf der anderen Seite? Das Tor 49. Das hat die Ressourcen. Das kann versorgen, regulieren, Bedingungen stellen.

Und der Deal war jahrtausendelang ganz einfach: "Ich gebe dir, was du brauchst – wenn du dich an bestimmte Regeln hältst."


Kennt ihr, oder? 😉


In der Familie: "Ich versorge dich, solange du Teil meiner Familie bleibst."

In der Religion: "Du gehörst zur Gemeinschaft, wenn du die Gebote hältst."

Im Staat: "Du bekommst Schutz und Sozialleistungen, wenn du Gesetze befolgst."

Im Unternehmen: "Du erhältst Gehalt und Sicherheit, wenn du leistest und dich einfügst."


Das war's. Einfach. Klar. Verbindlich.


Aber – und jetzt kommt das große ABER – genau dieses System bröckelt gerade.

Überall.


Was passiert, wenn der Kanal bricht?


Natürlich kann man jetzt sagen: "Ach komm, das ist doch esoterischer Kram." Kann man. Aber schaut euch doch mal um:

Soziale Sicherungssysteme? 

Ächzen unter der Last.

Pflegekräfte? Fehlen überall, während immer mehr Menschen Pflege brauchen.

Arbeitsplätze? Bleiben unbesetzt, obwohl Menschen Arbeit suchen.

Beziehungen? Werden immer flüchtiger, weil die alten "Deals" nicht mehr funktionieren.


Bedürfnisse und Ressourcen – sie finden einfach nicht mehr zueinander. Als ob da eine unsichtbare Mauer entstanden wäre.

Und nirgendwo zeigt sich das so deutlich wie beim Thema Fachkräftemangel.


Der Fachkräftemangel – oder: Wenn Recruiting zum Paradox wird


Jaja, ich weiß. Demografischer Wandel. Die Babyboomer gehen in Rente. Kleinere Jahrgänge rücken nach. Die Zahlen stimmen alle. Gerade in der Energiewirtschaft kamen gerade neue Zahlen heraus, und die haben es in sich: in den nächsten 5-10 Jahren gehen 50% (!!!) der Geschäftsführer und höheren Führungspositionen in Rente.


Aber das ist nicht das ganze Bild.

Denn schaut euch doch mal an, WIE gesucht wird:

  • Frauen sollen arbeiten (bitte!), aber bloß nicht schwanger werden oder Elternzeit nehmen. Und Kita-Schließzeiten? Gibt's nicht. 🙄

  • Menschen über 50 sollen länger arbeiten (unbedingt!), aber einen Job Ü50 finden? Zu riskant. Schaut mal auf LinkedIn, falls es euch interessiert: klar, alles ne ausgewählte Bubble, und Zufriedene schreiben keine langen Artikel, aber man findet hunderte von wirklich frustrierten, hochqualifizierten und motivierten Menschen, die keine Chancen mehr zu haben scheinen, weil sie Frau sind, Mutter, Ü50, Quereinsteiger oder Berufseinsteiger

  • Teilzeit wäre toll für die Work-Life-Balance, wird aber oft als "mangelndes Commitment" gedeutet.

  • Quereinsteiger? Theoretisch willkommen. Praktisch werden sie misstrauisch beäugt.

  • Learning-on-the-Job? War schon immer die beste Schule der Arbeitswelt. Gilt heute aber als Illusion. Kann die KI doch längst

  • Recruiting läuft wie Tinder, swipe, swipe away, ein besserer Kandidat folgt schon auf der nächsten Seite


Und jetzt kommt's richtig paradox: Bis zu 45% der Junior-Stellen fallen weg – entweder werden sie gar nicht mehr ausgeschrieben oder durch KI ersetzt.

Moment mal. Wer soll eigentlich die Seniors von morgen werden, wenn es heute keine Juniors mehr geben darf?


Die KI? 😅 Vielleicht kein Witz, aber es wird ja trotz aller Spekulationen und Szenarien Menschen geben müssen, die die Verantwortung tragen - gerade dafür MUSS ja das Wissen, die Erfahrung mit am größten sein, auch wenn meinetwegen das Operative wegfällt.


Wenn Ressourcen blind werden für Bedürfnisse


Genau hier sehen wir den Bruch des Kanals 19–49 in Aktion:

Da sind die Bedürfnisse der Menschen: Teilhabe, Lernen, Entwicklung, flexible Rahmenbedingungen, Sinn im Tun.

Da sind die Ressourcen der Unternehmen: Geld, Stellen, Technologien, Erfahrung, Strukturen.


Aber sie sprechen verschiedene Sprachen.

Die Mutter nach der Elternzeit trifft auf das Unternehmen, das Vollzeit vor Ort erwartet.

Der 52-Jährige mit Wechselwunsch trifft auf Recruiter, die einen 28-Jährigen mit tiefer Berufserfahrung suchen – den es aber gar nicht gibt. Gut, wird halt einfach neu ausgeschrieben in Dauerschleife, läuft auch ohne irgendwie.

Der Quereinsteiger mit Lernwille wird aussortiert wegen "fehlender einschlägiger Erfahrung" – während die Stelle monatelang unbesetzt bleibt.


Das Ergebnis? 

Leere Stellen, volle Bedürfnisse. Und alle sind frustriert.


Die KI-Illusion – oder: Warum Maschinen keine Juniors ersetzen


KI ist toll. Echt. Sie kann Daten auswerten, Prozesse beschleunigen, Routineaufgaben übernehmen. Wenn ich allein überlege, wie mein alter Job als Analystin sich hätte vereinfachen lassen - ein Träumchen.

Allerding - mit sensiblen Daten?? Versorgungssicherheit?? Risikomanagement??

Who knows?!


Aber wisst ihr, was KI nicht kann?

Das große Ganze verstehen. Beziehungen aufbauen. Sinn stiften. Führung übernehmen. Mitfühlen. Intuition entwickeln.

Wenn wir 45% der Juniorstellen durch KI ersetzen, dann nehmen wir der nächsten Generation nicht nur Jobs. Wir nehmen ihnen die Lernräume, die sie zu zukünftigen Seniors machen würden.


Das ist, als ob man die Kita schließt, weil Babys "zu ineffizient" sind. Wobei, wird wahrscheinlich eh demnächst der Fall sein, eine Geburtenquote an die 1,3 wird die Folgegeneration immer auf 60% der vorhergehenden vermindern, was nicht mehr aufzuholen ist.


Äh... ja. Klingt absurd? Ist es auch. Leider wahr.


Was wirklich fehlt (und es ist nicht das, was ihr denkt)


Vielleicht liegt die eigentliche Ressource, die gerade verloren geht, gar nicht im Fachwissen. Sondern in etwas anderem:

Freude am Lernen.

Neugier auf das Neue.

Mut, sich einzulassen.

Die Bereitschaft, sich auch mal zu irren und trotzdem weiterzumachen.

Auch und gerade unter Druck: transformatorischem Druck, Effizienz- und Kostendruck.

Diese Qualitäten zählen oft mehr als jedes Zertifikat. Und doch werden sie kaum berücksichtigt.

Ein Lebenslauf voller Lücken wird aussortiert, statt als Beleg für Resilienz gelesen.

Ein autodidaktischer Werdegang wird belächelt, statt als Beweis für Eigeninitiative gefeiert.

Innovatives Denken wird gelobt – solange es im Rahmen bleibt und niemanden vor den Kopf stößt - aber BITTE? Woher sollen die Innovationen für eine nachhaltige Zukunft denn kommen? Das sind doch keine ach, JETZT weiß ich wie es geht Ideen. Das muss doch besprochen, entwickeln, ausprobiert und analysiert werden.


Die eigentliche Kluft zwischen Ressourcen und Bedürfnissen ist eine kulturelle.


Was kommt nach 2027?


Wenn der Kanal 19–49 tatsächlich verschwindet, dann heißt das:

Versorgung ist nicht mehr automatisch an Bindung gekoppelt.

Ressourcen und Bedürfnisse müssen neue Wege finden, sich zu begegnen.

Verträge, Familien, Arbeitsbeziehungen – alles muss neu gedacht werden.


Und ja, das macht erstmal Angst.


Aber vielleicht bedeutet es auch:

Mehr temporäre Allianzen statt lebenslanger "Ehen" – sowohl privat als auch beruflich.

Mehr fließende Übergänge zwischen Rollen, weniger starre Jobprofile.

Mehr gemeinsames Experimentieren statt nur Erfüllen von Erwartungen.


Mehr Unsicherheit? Ja.

Aber Unsicherheit ist nicht nur Gefahr – sie ist auch Chance.


Das Ende alter Bindungen macht den Weg frei für neue Verbindungen. Verbindungen, die nicht auf Bedingungen basieren, sondern auf Resonanz.

Auf dem Gefühl: "Hey, wir passen zusammen. Lass uns mal schauen, was möglich ist."


Der Mut, neu zu verbinden

Das Zerbrechen des Kanals 19–49 ist kein Weltuntergang. Es ist eine Einladung.

Eine Einladung, Bedürfnisse und Ressourcen auf neue Weise zusammenzubringen.


Und vielleicht liegt genau hier die Lösung für den Fachkräftemangel.

Nicht in der panischen Suche nach mehr "Fach" und mehr "Kraft". Sondern in der Anerkennung dessen, was Menschen wirklich wertvoll macht:

Ihre Fähigkeit, mit Freude, Neugier und Lernwille Brücken zu schlagen – auch dann, wenn alte Kanäle verschwinden.

Ihre Bereitschaft, sich einzulassen. Zu experimentieren. Zu wachsen.

Und vielleicht – nur vielleicht – liegt die Zukunft nicht im perfekten Match zwischen Stelle und Bewerber. Sondern im Mut beider Seiten, gemeinsam herauszufinden, was möglich ist.


Was meint ihr? Spürt ihr das auch – dieses Gefühl, dass die alten Regeln nicht mehr greifen?

Ich bin gespannt auf eure Gedanken! 😊


PS: Falls ihr euch fragt, ob ich völlig verrückt bin mit meinem Human Design Gerede – das ist okay. Schaut einfach um euch herum. Die Symptome sind real. Und manchmal braucht es verrückte Brillen, um klarer zu sehen.

 
 
 

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